| Am Morgen |
Morgens um sieben Uhr höre ich immer das Trippeln und Trappeln der Füße der Boardingkinder, die über mir schlafen. Während Alice, die Boardingmutter die Treppe wäscht, lehnen sie am Geländer und singen ganz süß, sehr oft das Lied mit dem Refrain: Hakuna matata (kein Problem).
Mein Blick geht auf die Wasserzapfstelle, die Pfützen drumherum, die vielen Plastikeimer in denen Wäsche gewaschen wird, und die vielen Reihen von überfüllten Wäscheleinen. Das Wasser wird in einem großen Eisenkessel auf einem Holzfeuer nahebei erhitzt. Hier sitzen oft nach Einbruch der Dunkelheit die beiden "watchmen", unsere Beschützer, und wärmen sich die Hände. Abends sieht man sie wie "Pat und Patachon" (einer lang und dünn, der andere, ihm auf den Fersen folgend, klein und dick), ausgerüstet mit Pfeil und Bogen, einem "Rungu" (Holzkeule, die auch als Schleuderwaffe dient) und Taschenlampe, als dunkle Silhouetten das Schulgelände durchstreifen und die Tore mit schweren Vorhängeschlössern abschließen. Morgens um sieben schließen sie das kleine Tor der Wasserzapfstelle wieder auf.
Dahinter erstreckt sich eine weite Landschaft aus gelblichem, wehendem Gras durch das viele kleine Trampelpfade führen. Einer z.B. führt in eine nahe gelegene Massaisiedlung. Manchmal schreiten buntgekleidete Massaifrauen den Pfad von ihrem Haus zu unserer Wasserzapfstelle, um in einem Plastikkanister ihre Tagesration Wasser zu holen. Jeder Mensch, wenn auch noch so weit entfernt, der durch diese Graslandschaft seinen Weg geht, heb grüßend die Hand, oft von einem freundlichen Zuruf begeleitet, sobald man bemerkt wird. Wenn man dann, am frühren Morgen, noch vor dem Frühstück dort spazieren geht und in einiger Entfernung dem ruhig beobachtendem Blick einer Giraffe begegnet, weiß man, dass ein schöner neuer Tag in Afrika beginnt. |
Ranzenpost
Aufnahmebögen
Schulfaltblatt
Veranstaltungskalender
Ferienplan
Fragen zur Waldorfpädagogik
|