| "Good morning Mrs. Ingala" |
Rose Ingala (Handarbeits- und Gartenbaulehrerin) vertritt heute die erkrankte Lehrerin der Klasse 3 / 4. Sie steht in der offenen Tür zur Klasse, wie eine schwarze Mutter Erde, ihr weiter Blumenrock reicht bis zu den Knöcheln.
Die Kinder treten einzeln zu ihr vor; sie nimmt jede Kinderhand in ihre zwei großen Hände, drückt sie und sagt feierlich, das Kind anblickend: „Good morning...(z. B. Purity)“ und das Kind antwortet gemessen und zu ihr aufblickend: „Good morning Mrs. Ingala“ und darf dann über die Schwelle in das Klassenzimmer treten. In unendlicher Ruhe wird dieses Eintreten mit jedem Kind zelebriert, bis alle 20 auf ihren Stühlen sitzen. Es ist kühl im Klassenzimmer und ein wenig düster, weil die Sonnenstrahlen noch hinter grauen Wolken versteckt sind. Nach Morgenspruch und einem Kanon werden in Blitzesschnelle die Stühle und Tische an die Wand geschoben, sodass ein freier Platz entsteht, auf dem die Kinder im Kreis stehen, paarweise zueinander gewendet und ein Klatschspiel mit einem dazu gesprochenem Gedicht machend; dann weiter zum nächsten Kind im Kreis schreitend, das Gleiche wiederholend, 20, 30, 60 mal, mit einer unerschütterlichen Ruhe im Wiederholen; keine Sorge vom Lehrer, den Kindern könnte langweilig werden.
Wie verschieden fühlen sich die Hände der Kinder beim Klatschen auf die Handflächen an; zart, kräftig, derb usw. und dazu immer ein anderer Blick; scheu, strahlend, traurig...; die strahlendsten und größten schwarzen Augen hat ein Junge, von dessen linkem Arm nur noch ein Stumpf da ist, ein langer brauner Pulloverärmel hängt darüber. Wie wird es diesem Kind später ergehen; welchen Beruf wird es ausüben können? Später beim Freispiel auf der Wiese staune ich über die verschiedensten „Outfits“, zerlöcherte Pullover, ausgefranste Hosen, dann wieder Mädchen mit bodenlangen Prinzessinnenkleidern und zur „Abrundung“ darüber eine Regenjacke... |
Ranzenpost
Aufnahmebögen
Schulfaltblatt
Veranstaltungskalender
Ferienplan
Fragen zur Waldorfpädagogik
|