| Am Oloololo-Gate |
Als der Himmel sich langsam rauchig färbt, verlassen wir den Nationalpark durch das Oloololo-Gate (in Massai-Sprache "verschlungener Weg"). Die Landschaft dahinter ist noch ebenso paradiesisch, wie die, die wir einen ganzen Tag lang durchfahren haben.
Unweit des überdachten Gate, das wie eine Grenzstation wirkt, schlagen wir unsere Zelte unter einem hohen Baum auf, entfachen ein Lagerfeuer (für die Gemütlichkeit), und zünden mehrere Gaskocher für die Zubereitung des Abendbrotes an: Reis mit Zwiebeln und Dosentomaten. WeIliges Grasland breitet sich vor uns aus, von Schirmakazien locker bestanden; unter einer, wie ein dunkler Schattenriss, vom Abendrot beleuchtet, steht versonnen eine Giraffe, als ob sie Modell wäre für eine Ansichtskarte: "Traumhaftes Kenia"; in sicherer Entfernung grast eine schwarzfeIlige Büffelherde.Der Fahrer Christopher und unser Massai-Führer haben sich in den Bus zurückgezogen und unterhalten sich angeregt in Kisuaheli über die Bibel, aus der Christopher dem Massai vorliest. Am inzwischen violettfarbenen Himmel kreuzen Schwalben aufgeregt hin und her, das kommende Unwetter vorausahnend. Kurz darauf bricht es mit sturzflutartigen Regengüssen herein und treibt einige von uns zum Gate, in dem es (ungewohnter Luxus) Waschbecken, Duschen und Toiletten mit funktionierender Spülung! gibt. Schon auf dem Weg dorthin wird man bis auf die Haut nass, deshalb geselle ich mich zu einer Gruppe unserer Schülerinnen, die vor dem Regen unter das Dach des Gate geflüchtet sind und sich dort mit dem wachhabenden, kenianischen Ranger ( natürlich mit geschultertem Gewehr) unterhalten. Lange stehen wir dort, während die Nacht uns bald schwarz umfängt, der Regen unablässig weiterrauscht, und warten darauf, in unsere Zelte zurückkehren zu können. Um die Wartezeit zu verkürzen, singen wir alle uns bekannten Lieder und der Ranger steuert einige kenianische Volksweisen bei. Einige Glückliche können die Nacht in einem trockenen Zelt verbringen, andere in nassen Schlafsäcken und stehenden Wasserlachen. Der Morgen empfängt uns mit glitzernder Helle, wärmendem Sonnenschein und Vogelgezwitscher. Wegen des feuchten Grases nehmen wir unser Frühstück (Haferflocken mit heißem Wasser, Nescafe mit flockigem Milchpulver) im Stehen ein und betrachten die Elefantenspuren und den frischen Dung dicht an unserem Zeltplatz; jemand hat den Elefanten nachts grasen gehört. Das dicke Holzscheit unseres abendlichen Lagerfeuers hat dem stundenlangen Regen getrotzt und glimmt noch immer. Extrem langsam wächst der afrikanische Baum, aber sein Holz ist dann besonders stark und widerstandsfähig. |
Ranzenpost
Aufnahmebögen
Schulfaltblatt
Veranstaltungskalender
Ferienplan
Fragen zur Waldorfpädagogik
|