| Am Seeufer entlang |
Den Viktoriasee, den blauen, bis an den Horizont uferlos scheinenden, will ich nur kurz erwähnen. Blaublütige Hyazintenteppiche schwimmen schaukelnd auf dem Wasser. Fischerboote durchstoßen mühelos das grünblaue Pflanzengeflecht und fahren mit gewölbten Segeln auf den See hinaus.
Hier leben die Menschen, meist „Luo“, vom Fischfang. Aber diese Idylle täuscht; gewaltige finanzielle Interessen von nicht-afrikanischen Ländern haben hier ein ökologisches und soziales Drama verursacht. (dargestellt auf der DVD: „Darwins Alptraum“)
Wir fahren im Abendsonnenlicht auf einem stets schmaler werdenden, schlaglochübersäten Naturweg am Seeufer entlang zum „Fig-tree-camp“ (Feigenbaumcamp). Zwischen peitschenden und am Busfenster zerbrechenden Zweigen hindurch, sehen wir springende „Dik-Diks“ ( die kleinste Antilopenart in Hasengröße), Hyänen, Schildkröten, Zebras, Antilopengazellen und Kudus, mit dem hellen Querstreifen, der wie ein Joch über Nacken und Vorderleib verläuft. Ich finde diese hochgewachsenen Tiere schön, aber die Massai sagen, Gott habe die Kudus, nach dem er alle anderen Tiere erschaffen hatte, aus den Resten geformt. Mit angehaltenem Atem rumpeln wir über riesige Steine, durchpflügen tiefe Wasserlöcher und von der Regenzeit ausgeschwemmte Buchten, bis es dunkle Nacht wird. Am Fig-tree camp kommen wir an, als ob wir das Ende der Welt erreicht hätten, und wirklich endet der Weg hier. Ein hochgewachsener Feigenbaumwald empfängt uns finster und unheimlich. Die mächtigen Zweige sind so ineinander verschlungen, dass sie ein festes Gewölbe bilden. Keine Menschenseele, kein Gebäude ist zu erblicken, nur aufgeregte Affenlaute ertönen aus den Bäumen und ein Holzschild warnt: „Lock the vehicles“. |
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