| Wie geht es eigentlich ... |
unserer Partnerschule, der Mbagathi Rudolf Steiner School bei Nairobi / Kenia jetzt, im November 2008? Ein Bericht von Karin Junghans.
Durch die Vermittlung von Kofi Annan ist seit dem 28. Februar 2008 die Ruhe in Kenia wieder hergestellt. Ausgelöst durch Unstimmigkeiten bei den Wahlen, entstanden Feindseligkeiten zwischen den in Kenia ansässigen verschiedenen Volksgruppen, die zu Gewalt gegeneinander führten. Auch unsere Partnerschule wurde dadurch im Schulablauf beeinträchtigt, da viele Gewalttaten auf dem Weg zur Schule oder dem Arbeitsplatz verübt wurden. Es gab sogar eine Androhung, die Schule durch Brandstiftung zu zerstören, die glücklicherweise nicht in die Tat umgesetzt wurde. Wie auch die staatlichen Schulen in Kenia, begann unsere Partnerschule den Unterricht nach den Weihnachtsferien eine Woche später als üblich. Viele Kinder, die weit weg wohnen, erschienen erst wieder, als es Kofi Annan gelang, mit den politischen Führern eine Einigung zu erreichen. Das Erfreuliche war, dass die Feindschaften der verschiedenen Volksgruppen gegeneinander, in der Schule weder bei Lehrern, noch Schülern eine Rolle spielten, obwohl auch da Menschen der unterschiedlichsten Volksgruppen und Sprachen zusammenwirken. Die Schulgemeinschaft bewährte sich in dieser Zeit und hielt fest zusammen!Wie viele Kinder besuchen eigentlich diese Schule? 168 Kinder werden von Klasse 1-8 unterrichtet. Die 9. Klasse ist die Prüfungsvorbereitungsklasse, um den Schülern die Aufnahme in die weiterführenden staatlichen Schulen zu ermöglichen. In der Regel schneiden diese Waldorfschüler dabei gut ab. Zurzeit bereiten sich 8 Schüler auf die anstehenden staatlichen Examen vor. In Ongata Rongai, einem etwa 3 km entfernten Dorf gibt es einen Waldorfkindergarten mit 24 Kindern , ebenso ist der Mbagathi School ein Kindergarten mit 37 Kindern angegliedert. Das Kollegium besteht aus 17 Lehrern: 16 Kenianern und einer Britin. 59 Kinder sind im "Boarding", d.h. sie leben dort während der Schulzeit und gehen nur in den Ferien nach Hause. Jungen und Mädchen wohnen in zwei Gebäuden auf dem Schulgelände und werden von vier Boardingmüttern betreut. Das weitläufige Schulgelände wird ständig durch Anpflanzungen von Bäumen und Blumen verschönert. Es gibt dort auch eine kleine Farm mit einigen Milchkühen, so dass die Kinder täglich frische Milch bekommen, sowie einen Gemüsegarten, der die Schulküche beliefert. Nicht zu vergessen sind die drei "watchmen“, Wachpersonal, das nach Einbruch der Dämmerung (das ganze Jahr über immer ab 18.30 Uhr) auf dem eingezäunten Schulgelände patrouilliert, um Überfälle oder das Eindringen von Tieren zu verhindern. Die Mbagathi School existiert ohne die geringste finanzielle Unterstützung durch den kenianischen Staat, und nur etwa 20% der Eltern können Schulgeld bezahlen. Trotzdem nimmt die Schule Kinder auch aus den ärmsten Bevölkerungsschichten auf, auch Waisen aus den Slums von Nairobi. Durch das Angebot, in der Schule leben zu können, ist der Schulbesuch auch Kindern möglich (wie zum Beispiel den Massai-Kindern), die so weit entfernt von Verkehrsanbindungen wohnen, dass sie sonst keine Schulbildung bekämen. Wovon existiert dann die Schule? Neben den geringen Schulgeld-Einnahmen, von Spenden und Patenschaften! Unser am 22.10.2008 geplanter WOW-DAY (Waldorf One World), den wir dieses Jahr zum 4. Mal durchführen wollen, soll ein kleiner Beitrag sein, um unserer Partnerschule das Leben ein wenig zu erleichtern. Allen, die 2005 die Mbagathi School im Rahmen einer Schüler-Projektreise besucht haben, sind die Kinder, die ganze Schulgemeinschaft sehr ans Herz gewachsen. Karin Junghans P.S. Auf der Homepage der „Freunde der Erziehungskunst“ (www.freunde-waldorf.de), einer anthroposophischen Initiative, die Waldorfeinrichtungen in den Entwicklungsländern unterstützt, finden Sie Informations- u. Bildmaterial über die Mbagathi Steiner School und unsere Projektreise. |
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