| Sieben Jahre „Wortklang“ – Konzertrückblick |
„Vielfältig, filigran, eruptiv und gewaltig, dem Schmerz der Seele eine Stimme gebend, dann wieder den zarten und leisen Tönen des Herzens lauschend … humorvoll mit einem zwinkernden Auge über das Leben und sich selbst lachend“
– so die Ankündigung der Gruppe „Wortklang“ zu ihrem neuen Programm „Diesseits und Jenseits“. Um es gleich vorweg zu nehmen: Dieser Anspruch wurde nicht nur erfüllt, sondern übertroffen. Stimmgewaltig, dynamisch, musikalisch vielfältig, wandlungsfähig – so präsentierten sich die vier musik- und sprachbegeisterten Künstler Hellfried Rödelberger (Sprache, Gesang und Schauspiel), Edmund Elsäßer (Flügel), Axel Nagel (E-Gitarre und Theremin) und Steffen Köble (Schlagwerk und Geräusche) am 09. November 2007 im Emil-Molt-Saal der Freien Waldorfschule Schwäbisch Gmünd. Wortklang entzieht sich immer wieder der stilistischen Einordnung; die Vielseitigkeit des Männerquartetts war in Sprache und Musik erlebbar. Hellfried Rödelberger brachte Dichtung und Prosa unterschiedlichster Stilrichtungen mit eindringlicher Präsenz zu Gehör – begleitet von den drei Musikern, die mit ihrer Wandlungsfähigkeit am Flügel, Schlagzeug und der E-Gitarre ihr Können und die Möglichkeiten ihres Klangspektrums erneut eindrucksvoll unter Beweis stellten. Sieben Jahre Wortklang – Keimzelle der Gruppe war die Zusammenarbeit von Hellfried Rödelberger und Edmund Elsäßer – an diesen Beginn von Wortklang erinnerte das erste Stück des Abends, „Herbstbild“, ein Gedicht von Friedrich Hebbel, das von Edmund Elsäßer feinfühlig auf dem Flügel begleitet wurde. Das Klangspektrum und die musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten der Gruppe erweiterten sich in den kommenden Jahren durch Axel Nagel und Steffen Köble. Die musikalische Auseinandersetzung mit von Hellfried Rödelberger geschriebenen Texten in Verbindung mit dem Ideenreichtum der Musiker, findet ihren Niederschlag in stilistisch ungewohnten, eindrücklichen Klängen. Berührungsängste kennt die Gruppe nicht – die Sarabande von Georg Friedrich Händel erklang in ihrer Heavy-Metal-Version; unter dem Titel „Neurasthenie“ verschmolzen drei Gedichte zu einem unerwarteten rhythmischen und klanglichen Erlebnis. Die Beweglichkeit und Mühelosigkeit, mit der die vier Künstler Stimmungen erzeugen, auflösen und verändern, veranlasste das Publikum einerseits zu manch herzhaftem Lacher, andererseits zu solch aufmerksamer Stille, dass man die berühmte Stecknadel hätte fallen hören können. Durch Hellfried Rödelbergers wandlungsfähige Stimme ließ sich greifbar erleben, dass sich – sei es nun humorvoll oder schmerzhaft – hinter seinen Worten gelebte Erfahrung verbirgt, an der er das Publikum teilhaben ließ. Dieser Eindruck wurde durch Edmund Elsäßers ebenso wandlungsfähiges Spiel auf dem Flügel und durch Axel Nagels Klänge, die er seiner E-Gitarre und dem Theremin entlockte, perfekt unterstützt. Steffen Köble untermalte das Ganze mit einem genialen Rhythmusteppich bis hin zu plätscherndem Wasser. Das Publikum bedachte Wortklang mit anhaltendem Applaus; ein rundum gelungener Abend, der die Zuhörer nach einigen Zugaben sowohl amüsiert als auch nachdenklich nach Hause gehen ließ. Rebecca Hufnagel Als besondere Gäste durften wir Herrn Oberbürgermeister Wolfgang Leidig zusammen mit seiner Frau begrüßen.
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