| Bundeselternratstagung der Waldorfschulen |
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Am 24. September 2008 trafen sich die Vertreter von 212 Waldorfschulen in Hamburg. Das Tagungsthema lautete: Musik und Kindheit. „Musik ist ein wesentlicher Bestandteil des menschlichen Lebens, der in unserer Gesellschaft zunehmend zurückgedrängt wird“ eröffnete Prof. Elmar Lampson, Präsident der Hochschule für Musik und Theater Hamburg, die Tagung. Dieser Tendenz müsse entgegengewirkt werden. „Musikalische Erziehung hat auch den Auftrag, Musik dorthin zu bringen, wo sie nicht mehr ist“, so Lampson weiter. Die tragende Rolle der Musik in der Erziehung der Kinder und Jugendlichen werde auch durch neurobiologische Forschungen belegt. Es sei deutlich, dass das Musizieren positive Auswirkungen auf die Intelligenzentwicklung habe. „Die Waldorfschulen verwirklichen einen ganzheitlichen Bildungsgang vom Kindergarten bis zu den Abschlüssen. Sie legen großen Wert auf Praxisorientierung und auf die intensive und frühe Vermittlung von Fremdsprachen. Sie haben einen ausgeprägten musisch-künstlerischen Schwerpunkt, weil sie immer schon davon überzeugt waren, dass die emotional-kreative Anregung der Kinder die Entfaltung ihrer Persönlichkeiten unterstützt“, sagte die Hamburger Schulsenatorin Christa Goetsch in ihrem Grußwort. Sie sprach vor rund 260 Waldorfeltern, die aus allen Teilen des Bundesgebiets nach Hamburg gekommen waren. Neben den Fragen der musikalischen Erziehung in der Waldorfpädagogik wurde intensiv an Themen wie Qualitätsentwicklung, Zukunft der Schulabschlüsse sowie Zusammenarbeit von Eltern, Schülern und Lehrern gearbeitet. Erklärtes Ziel der zweimal jährlich stattfindenden Bundeselternratstagung ist es, den in der Waldorfpädagogik angelegten gemeinsamen Erziehungsauftrag von Eltern und Lehrern zu realisieren. Dies sei ein Thema, welches auch an staatlichen Schulen zunehmend an Bedeutung gewinne, erläuterte Schulsenatorin Goetsch. „Die individuelle Entwicklung jedes Kindes steht im Mittelpunkt der Waldorfpädagogik. Insofern haben die Waldorfschulen auch einen gesellschaftspolitischen Auftrag, der Standardisierung und Mechanisierung des Bildungswesens entgegenzuwirken“, betonte Henning Kullak-Ublick vom Bundesvorstand der Freien Waldorfschulen. Mit einem rein ökonomisch definierten Bildungssystem, das nur auf „Output“ setzte, sei nichts gewonnen. Kullak-Ublick forderte die Waldorfschulbewegung auf, sich auch mit „befreundeten pädagogischen Strömungen zu verbinden, die genau wie wir darum ringen, ein am Menschen orientiertes Bildungssystem zu schaffen“. Es sei noch viel zu wenig im Bewusstsein, dass die Schulbewegung die Verantwortung für diese Aufgabe habe „um des Menschen und um der Seite 2 Erde willen“. In diesem Sinne äußerte sich auch die Schulsenatorin: „Deshalb werden die Waldorfschulen zusammen mit den anderen Schulen in freier Trägerschaft auch in Zukunft in Hamburg fester Bestandteil der pluralen Bildungslandschaft sein und hoffentlich auch weiterhin wichtige Anstöße liefern“ Christian Boettger, Geschäftsführer des Waldorfbundes, betonte die Wichtigkeit des Austauschs zwischen Schulen. „Wir müssen uns gegenseitig Ideen schenken, die Schulen können sich nur gegenseitig befruchten“, sagte er. Wichtig sei auch, dass die Ideen der Waldorfpädagogik verstärkt nach außen getragen würden. „Es gibt noch viel mehr Kinder, die diese Schule suchen“, meinte er. „Gerade weil die Entwicklung unserer Kinder im Vordergrund steht, habe ich meine Kinder auf einer Waldorfschule. Dort gehören Kunst und Musik zum festen Bestandteil der Pädagogik“, bekräftigte der Waldorfvater Ahmed Abdel-Karim. Ein vielseitiges Kulturprogramm, das von Eurythmiedarbietungen über Schulzirkusaufführungen bis hin zu einem Chorkonzert reichte, zeigte den anwesenden Waldorfeltern, welche kulturellen Impulse die Hamburger Waldorfschulen zu bieten haben. Die Wandsbeker Schule, in der die Tagung stattfand, besteht seit 1922 und ist damit die älteste Waldorfschule der Stadt. |
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