| Schülerzahlen an Waldorfschulen steigen weiter |
![]() In Baden-Württemberg gibt es 56 Waldorfschulen; 41 Schulen unterrichten von Klasse eins bis dreizehn und sind damit durchgängig. Sie bieten neben dem eigenen Waldorfschulabschluss in Klasse 12 alle staatlichen Abschlüsse an. Neun Schulen sind noch im Aufbau begriffen, sechs sind Förderschulen, die Kinder mit Behinderungen unterrichten. Zwei der Waldorfschulen haben ein besonderes Profil: Die Integrative Waldorfschule Emmendingen und die Interkulturelle Waldorfschule Mannheim. Im Schuljahr 08/09 besuchen 23.529 Schülerinnen und Schüler eine Waldorfschule in Baden-Württemberg. Das sind 141 Schüler mehr, als im Schuljahr zuvor. Bei insgesamt rückläufigen Schülerzahlen haben die Waldorfschulen weiterhin Zulauf, wenn auch bei ihnen der demographische Wandel spürbar wird. Zahlreiche Eltern schätzen die freie Schulwahl und wünschen sich für ihre Kinder eine Alternative zum staatlichen Schulsystem. Besonders wissen sie neben dem üblichen Fächerkanon das vielfältige künstlerische wie handwerkliche Angebot der Schulen zu würdigen. Ein wesentliches Argument für die Eltern ist dabei die individuelle, an der jeweiligen Entwicklungsstufe der Kinder und Jugendlichen ausgerichtete ganzheitliche Pädagogik. Weiterhin überzeugt sie, dass sich die Schüler in heterogenen Lerngruppen lange Zeit und ohne Notendruck entsprechend ihren Möglichkeiten entwickeln dürfen. Stärken und Schwächen werden den Schülern durch Berichtszeugnisse bescheinigt. In ihnen wird deutlich, welche Fähigkeiten und Fertigkeiten sich die Schüler angeeignet haben. Entwicklungsprozesse können ohne Notengebung beurteilt werden, wie die Bildungsforschung zunehmend bestätigt. In den staatlichen Abschlussprüfungen zeigen die Schüler, dass sie den Anforderungen voll gewachsen sind. Im vergangenen Jahr haben an den baden-württembergischen Waldorfschulen neben ihrem internen Waldorfschulabschluss 552 Schüler den Realschulabschluss absolviert, 376 die Fachhochschulreife, und 790 Schüler das Abitur. In Einzelfällen verlassen Schüler die Schule mit dem Hauptschulabschluss. Damit verlässt praktisch kein Schüler ohne staatlichen Abschluss die Schule. Die Orientierung an den sich entwickelnden Menschen zeigt, dass gemeinsames Lernen möglich ist. Die Forderung eines längeren gemeinsamen Lernens wird inzwischen von vielen in der Bildung tätigen Institutionen geteilt. Probleme bereitet den Schulen der Lehrernachwuchs. Waldorfschulen benötigen vor allem in der Oberstufe mit zunehmender Dringlichkeit Lehrer. Baden-Württemberg stellt derzeit selbst viele Lehrer ein. Das Land wirbt dabei mit einer Verbeamtung in angemessener Besoldungsgruppe, mit der die Waldorfschulen nicht konkurrieren können. Ein Grund ist die Unterfinanzierung der Schulen in freier Trägerschaft. In Deutschland besuchen derzeit über 80.000 Schüler eine der 212 Waldorfschulen. Auf allen Kontinenten gibt es inzwischen über 1000 Waldorfschulen. Die internationale Waldorfschul-Bewegung feiert in diesem Jahr ihr 90-jähriges Bestehen. Jede der baden-württembergischen Waldorfschulen hat sich deshalb vorgenommen, eine ihrer Veranstaltungen unter das Motto „56 Schulen im Land - 56 Feste im Jahr“ zu stellen. Der Veranstaltungskalender kann bei der Geschäftsstelle der Landesarbeitgemeinschaft angefordert werden. Die jeweiligen Schulveranstaltungen können auf der Homepage der einzelnen Schule eingesehen werden. Christian B. Schad, Landesgeschäftsführer der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Waldorfschulen in Baden-Württemberg e.V. (www.waldorf-bw.de) |
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