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Der folgende Text bezieht sich auf eine Aufführung, die bereits im November 2010 stattfand. Durch ein Versehen erscheint er erst jetzt an dieser Stelle:
Die 5a der Freien Waldorfschule arbeitet an Kästners Kinderbuchklassiker „Emil und die Detektive“.
Die Kinder machen alles richtig, nicht die Erwachsenen. Sie sorgen für Gerechtigkeit und leben Freundschaft, und damit ist „Emil und die Detektive“ genau das Richtige für die 5a. Beim Herbstbazar der Waldorfschule am 20. November ist Premiere.
SCHWÄBISCH GMÜND (bt). Sie sind noch so klein, Fünftklässler halt, aber mit welchem Eifer sie dabei sind, wie ernst sie ihre Aufgaben nehmen! So sorgfältig wie sie sich der Kostüme annahmen – gar nicht so einfach, ein Kind der 30er-Jahre glaubhaft darzustellen – und des Bühnenbilds, mit derselben Detailgenauigkeit, mit der sie die ganze Technik rund um Licht und Ton meistern, sorgen sie dafür, dass Kästners Kinderbuchklassiker zu seinem Recht kommt. Sie werden zu Emil und den Detektiven. Und den Spaß, den sie daran haben, teilen sie mit Probenbesuchern, die nur etwas erledigen wollten, nur eben reinschnuppern – und dann bleiben.
Hellfried Rödelberger, Schauspieler und Regisseur, führt seine Zöglinge behutsam durchs Stück, Walter Johannes Beck studiert die Musik ein, Klassenlehrerin Waltraut Riedl ist der gute Geist der Inszenierung – sie sorgt dafür, dass am Premierentag alles bereit ist. Den Rest übernehmen die 5a und Erich Kästner, dessen Jugendroman mit gutem Grund seit über 80 Jahren gelesen wird.
Kästner selbst kommt zu Wort, klar, ist ja auch sein Buch. Er erzählt seinen „Lesern“ vom Südseeroman, den er eigentlich schreiben wollte. Nur dass ihm nicht mehr eingefallen ist, wie viele Beine ein Walfisch hat. Und als er so grübelt, auf dem Boden liegend, vor einem Tischbein, wird ihm klar: So geht’s nicht. Er trauertein wenig dem exotischen Häuptling seiner Fantasie nach, in einem Land am Ende der Welt wohlgemerkt, in dem schon sehr seltsame Dinge geschehen: Aber nach und nach verblasst die Südsee, und seine Gegenwart, sein Berlin werden lebendig. Seit es Geschichten gibt, erkennen Erzähler, dass sie nie so gut sind, wie wenn sie von Vertrautem berichten. Also erzählt Kästner von Emil Tischbein (!), einem echten Musterschüler, der mit seiner Mama in großer Armut lebt und nur ganz, ganz selten macht, was das Vorrecht der Kinder ist: Unsinn. So wird er zunächst nicht erwischt, als er das Standbild des Erzherzogs so ein bisschen umgestaltet. Da hat er Glück. Um so größer ist dann aber sein Unglück, als er auf dem Weg zu seiner Oma in Berlin bestohlen wird. Das ganze Geld, das er der alten Dame bringen soll, ist weg. Emil verzweifelt: Das Berlin der Erwachsenen ist kalt und gleichgültig. Und zur Polizei traut er sich nicht – da war ja die Sache mit der Statue. Wie gut, dass er Gustav mit der Hupe trifft und all die anderen Kinder, die Kästner als einer der ersten wirklich ernst nimmt – bei allem Humor, bei aller Freude am Abenteuer. Gemeinsam sind sie nicht zu schlagen. Kästners Geschichte setzt der Freundschaft ein Denkmal, und die „Parole Emil“, hat Generationen von Kindern Mut gemacht.
Die 5. Klasse freut sich auf viele Zuschauer am Samstag, 20. November, um 13 Uhr oder um 15.30 Uhr im Rahmen des Herbstbasars an der Waldorfschule Schwäbisch Gmünd. Gespielt wird im Emil-Molt-Saal, Eintritt kostenlos, Spenden erwünscht.
Text: Birigt Trinkle Abdruck mit freundlicher Genehmigung der Remszeitung Schwäbisch Gmünd 10. November 2011
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