| "Die chinesische Mauer" von Max Frisch |
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Am Freitag und Samstag, den 20. und 21. Juli, fanden öffentliche Aufführungen der 12. Klasse im Emil – Molt – Saal der Freien Waldorfschule statt.
Seit der Antike existieren Theaterstücke gegen den Krieg, die es wert sind, aufgeführt zu werden – z.B. „Die Troerinnen“ von Euripides – aber kaum eines ist so facettenreich wie „Die chinesische Mauer“ von Max Frisch: Ein Heutiger wird in die Zeit des berühmten chinesischen Kaisers versetzt, der die Große Mauer erbauen ließ. Er begegnet dort auf einem Fest den Mächtigen, Herrschern und Berühmtheiten aus der Vergangenheit, die „unser Hirn bevölkern“. Als Hofnarr engagiert wird er Zeuge eines Menschen verachtenden Gerichtsprozesses gegen einen Stummen, dem zur Last gelegt wird, er nenne sich „die Stimme des Volkes“. Der Heutige, ein Intellektueller, erkennt schließlich, dass sein Wissen allein nicht ausreicht, um dem Unrecht Einhalt zu gebieten, dass vielmehr sein persönlicher Einsatz nötig ist, wenn an die Stelle der Arroganz der Macht „Brüderlichkeit“ treten soll. Bereit, dieses Selbstopfer zu erbringen, erfährt er, dass es außer der Feigheit noch andere Gründe für die Ungerechtigkeit gibt, die Missachtung der Wahrheit wäre als einer der Hauptgründe zu nennen, aber auch die Ehrsucht derer, die die Zusammenhänge nicht durchschauen. So stellt der Heutige fest, dass das Spiel, die Geschichte, „eine Farce“ ist, die „soeben von vorne beginnt“. Die 12. Klasse der Freien Waldorfschule Schwäbisch Gmünd hat sich seit dem Ende des letzten Schuljahres mit diesem Stück auseinander gesetzt und es in den vergangenen drei Wochen unter Leitung von Lena Bast einstudiert. Zuvor hatten die Schülerinnen und Schüler den Realschulabschluss und die Fachhochschulreife-Prüfung absolviert. |
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